Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. Kreisverband Coburg-Land Aurelheim Der Name Deutsch: Aurelheim Schwäbisch: Ollerhas Ungarisch: Aurelhaza oder Holler Rumänisch: Rauti Die Entstehung Das Dorf wurde 1841/42 gegründet. Das Land gehörte dem Grafen von Deschöffi Aurel der es an Bogta Aurel verpachtet hatte. Von da auch der Name Aurelhaza/ Aurelheim. Die ersten Ansiedler waren 40 Ungarische Familien. 1858 sind 10 Deutsche Handwerker Familien angesiedelt. Es waren Schmied, Wagner, Tischler, Weber, Frisör usw. Die ersten Jahre waren die schlimmsten. Malaria, Pest, Thüphus und Cholera sind für ganze Familien zum vorzeitigen Grab geworden. Zu Aurelheim gehörten 3950 Joch Ackerland und noch 1200 Joch die zu den Scharf Puszta gehörten. Ein jeder Ansiedler bekam 32 Joch Ackerland und 9 Joch Weide dazu. 1870 bis 1880 kamen Noch einige Schwäbische Familien dazu, hauptsächlich aus Hatzfeld und den umliegenden Dörfern. 1875/76 wurde die Kirche gebaut. Sie ist in Barocken Stiel gebaut. Geräumig hell mit wunderschönem Hauptaltar, Gewölbedecke, Chor, Orgel und drei Glocken. Alle Bewohner des Dorfes, Ungaren und Schwaben, waren Römisch - Katholisch. Die Zeit bis zum ersten Weltkrieg war geprägt von harter Arbeit und viel Not. Nicht selten starben viele Familien aus. Es gab aber auch Familien mit 8-10 Kindern, so das sich die Zahl der Schwaben auf 300 Personen erhöht hatte. Der erste Weltkrieg brachte noch mehr Not und Elend. Alle wehrfähigen Männer mussten an die Front. Elf von ihnen fielen für Österreich-Ungarn. Während des Krieges mussten die daheimgebliebenen Alten, Frauen und Kindern die Arbeit weiterführen. Nach dem Krieg, und dem Pakt von Trianon viel auch Aurelheim an Rumänien. Das änderte aber nichts an der Bevölkerungsstruktur des Dorfes bis zum zweiten Weltkrieg. Die gute Zeit Die Zeit von 1919 bis 1939 war eine sehr gute Zeit. Fast alle Deutschen Familien hatten sich neue Häuser aus Ziegeln gebaut und die Schilfdächer wurden fast gänzlich durch Dachziegel ersetzt. Es wurden auch Geschäftshäuser und ein schönes Gemeindehaus gebaut. Ein, für das Banat, einzigartigen Feuerwehrschuppen mit einem schönen Turm, Balkon und einem großen Vereinsraum. Eine neue Schule und ein Kindergarten wurden gebaut. Die Bauernhöfe entwickelten sich sehr gut. Die meisten beschäftigten mehrere Knechte und Mägde. Es waren meist Ungaren, viele Ungaren arbeiteten auch auf der Scharf-Puszta. Der Boden war fruchtbar und neben Getreide baute man auch Tabak und Gemüse an. Viele Bauern hatten auch Weingärten, meist aber nur für den eigenen Gebrauch. Berühmt waren die Ollerhaser besonders durch die Wasser und Zuckermelonen. Die brachten sie mit dem Schiff auf der Bega nach Temeswar aber auch nach Wien (über die Bega- Theis- Donau).Grosse Schlepperschiffe transportierten das Getreide bis nach Deutschland, ja sogar Rosen gingen von der Scharf-Puszta per Schiff bis nach Wien. Das Schiff war damals aus Holz und wurde von Pferden gezogen. Mit ihm brachte man Schweine, Rinder, Geflügel auf den Josefstätter Markt nach Temeswar. Das Handwerk und die Infrastruktur Es gab 3 Wirtschaften (1 Ungar und 2 Deutsche) 3 Einkaufsläden 2 kleinere Krämereien 1 Molkerei 3 Metzger 3 Schuster 3 Schmiede 3 Schneider 3 Friseure 2 Schmiede 2 Wagner 2 Tischler Auch ein Schiff gehörte einer Gesellschaft Ollerhaser und wurde auch von Ollerhasern gefahren. Die Kultur Das kulturelle und gesellschaftliche Leben entwickelte sich in besonderer Weise. Es gab eine Blasmusikkapelle und eine Schrammelmusik, einen Gesangesverein, Männerchor und Kirchenchor sowie andere Vereine. Trotz großen Unterschieden und sozialer Verschiedenheit gab es ein spannungsfreies und friedliches Miteinander zwischen Deutschen und Ungaren. Ein jeder deutscher Ollerhaser sprach fließend ungarisch und auch einige Ungaren konnten Deutsch sprechen. Obzwar man damals die Feste getrennt feierte, besuchten die einen die anderen auf ihren Festen. Die Bevölkerungsstruktur war etwa 40% Deutsche zu 60% Ungarn. 1930 lebten 390 Deutsche in Aurelheim, 1940 waren es 349 und 1944 waren es 345 Personen. Aurelheim war bis nach dem zweiten Weltkrieg eine selbstständige Gemeinde.

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Die Kirche von Aurelheim Straße in Aurelheim Straße in Aurelheim -